Heute fuhr ich eine längere Strecke mit dem Zug, um Freunde zu besuchen. Mein Blick schweifte über die vorüberziehende Herbstlandschaft. Wie unberührt vom Wahnsinn des Menschenlebens ruhten die Wälder. Es ist eine andere Dimension, die Dimension der Natur. Sie bleibt, sie ist, egal ob Krieg oder Frieden herrscht. In diese Dimension will ich immer wieder hinein. Sie lässt mich das Leben relativieren. Ich gewinne Abstand. Ich kann leichter mit den Dingen umgehen.
Abends, als ich zurückfuhr, fiel ein Zug aus. Ich ging in einen Warteraum, wo ich die Nachricht las, dass sich kantonale Gesundheitsdirektionen nun für eine 2G-Regel aussprechen. Sollte dies eintreffen, hätten gesunde Menschen trotz Tests keine Zugänge mehr zu Restaurants und anderen öffentlichen Innenräumen. Nur noch Genesene und Geimpfte würden zugelassen (Quelle).
Ich hatte immer Mühe, wenn impfkritische Menschen die Massnahmen des Staates - wir mir schien - vorschnell als "Diktatur" bezeichneten. Aber wenn ich so etwas lese, bin ich mir nicht mehr so sicher. Es wäre ein staatlich verordneter Medizin-Totalitarismus. Ein anderes Wort fällt mir nicht ein. Unnötig zu sagen, dass mir vor einem solchen Szenario angst und bang wird. Was bloss die Menschen treibt, solche Dinge vorzuschlagen? Was sind ihre Motive? Was geht in ihren Seelen vor?